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Knapp an der Unendlichkeit vorbeigeschrabbt.

Aus einem falschen Gedanken.

Ich habe eine synchronisierte Version von Samurai Champloo entdeckt. Eine Folge gesehen ... Oh Mann! Ich hasse deutsche Synchronstimmen! Japanische sind wesentlich toller, wenn auch nur englischer Untertitel dabei ist. Schrecklich! Die Stimme des Mädchens passt irgendwie gar nicht, und an Jins alte kommt die Deutsche auch nicht heran. Zu hoch. Bei Mugen geht es hingegen noch. Ich hab erfahren, dass sie vor einiger Zeit auf Vox liefen ... Gruselig. Ich weiß nicht, ob sie mir auf deutsch anschauen soll, oder mir das lieber erspare. Argh.


26.10.06 16:07


Yeah, mein 10. Eintrag! Das ist Rekord.

Hoffentlich halte ich weiter durch, auch wenn die Pausen zwischen zwei mal schreiben immer größer werden.

 Da ich ja jetzt eigentlich meine Seminartage habe, arbeite ich zur Zeit nicht im Heim. Als ich das Herrn R. und S. verkündete, meinten sie, sie würden mich vermissen, da ich immer so nett und freundlich sei. Erst hab ich es nicht geglaubt, aber sie hatten es ernst gemeint. Da kann man mal sehen! Hinter der Verwünschung hat nichts gesteckt, jetzt mag er mich sogar. Schon kurios, war außerdem gut für mein Ego.

Außerdem geht es meinem Vögelchen schlecht. Er rupft sich die Federn und frisst sie. Ich wollte einen 2. anschaffen, aber da wo ich geschaut habe, gab es kein Männchen. Einen größeren Käfig habe ich nun schon erstanden. Jetzt muss Choco nur noch durchhalten.

Die Seminartage. Einen habe ich mitgemacht, weil ich gehofft habe, es könnte besser werden, als ich befürchtete. Es war irgendwie noch schrecklicher. Ich weiß nicht, woran das liegt. Wieso verstehe ich mich nicht mit Menschen meines Alters? Sind sie wirklich so unglaublich oberflächlich oder ich einfach nur ziemlich arrogant? Ich fühle mich so alt. Ich habe mich zu eine Gruppe aus drei Mädchen gesellt, weil es nicht angenehm ist, die ganze Zeit allein zu sein, während sich andere vergnügen. Naja. Sie haben sich über den GoPark unterhalten. Das Haupttehme war sowieso Feiern. Wieso ist das so? Sie haben sich hingebungsvoll über ihre liebsten Kneipen und Clubs unterhalten, sogar die Leiter. ARGH! Jedes Wort ist dafür zu klein! Es war ohne Niveau, Spaß für alle, Feiern ist geil. Wieso sind sie alle so? Die Tage hätten mir nichts gebracht, denn lernen tut man da nichts. Kindergarten. Was soll ich da? Eine Pflichtverantaltung! Würg! Naja. Ich habe mich deswegen krankschreiben lassen. Mein Arzt, der eigentlich sehr ernsthaft ist, hat mir sofort den Schein gegeben, als ich ihm die Situation auseinandersetzte, mit vollstem Verständnis. Echt toll. Jetzt habe ich die nächsten 6 Tage frei. Ich weiß gar nicht, was ich mit soviel Freizeit anfangen soll. (Ich sollte malen, ja.) 

Malen ... Das ist auch so eine Sache. Ich bin wieder auf Manga umgestiegen, es macht mehr Spaß. Ich habe ein neues Vorbild gefunden, der Umgang mit Farben ist einfach toll (das muss ich noch unbedingt lernen): http://crossempire.fc2web.com/index.html

Mein anderes, welches ich hatte, als mein Schwerpunkt auf mehr Realismus beruhte (das tut er eigentlich noch immer, ich mach nur grad eine Pause): http://www.edgeworlds.com/sb.html

Eines Tages kann ich das auch! Ich wünsche mir nur, dass ich endlich mal ein Bild beende, egal wie es aussieht.

24.10.06 12:55


Ich hab ne scheiß Frisur,

war heute ein spontaner Gedanke, als ich gelangweilt bei einer Modenschau im Altenheim saß. Das war zwar keine Mode, die ich tragen würde, aber Stil hatten die Leute trotzdem. Da ist mir bewusst geworden, wie wenig ich auf sowas eigentlich achte. Ich versuche zwar nicht schlampig auszusehen, aber gut sehe ich auch nicht aus. Vermutlich nach nichts. Ist das negativ? Ich weiß nicht. Eine rationale Stimme in mir sagt, dass das in Ordnung, sogar gut so ist. Würde ich mehr auf Kleidung achten, drifte ich in die Oberflächlichkeit. EIne andere jedoch sagt, es wäre schön, wenn ich Stil hätte. Es wär vielleicht Oberflächlich, aber ich säh besser aus. Natürlich werde ich ersterem folgen, aber die andere Seite ist trotzdem irgendwie da. Herrje.

Ich habe in den letzten beiden Tagen Erfahrungen mit Toilettenstühlen (Herr L. nennt sie "Scheißkarre" und Bettpfannen machen müssen. Ich hätte gern drauf verzichtet, aber wie so oft wurde ich drum gebeten das eben zu machen ("es ist auch nicht schwer!", und da konnte ich natürlich nicht ablehnen. Hilfe abschlagen? Leider nicht. Naja. Lustig waren auch die Worte Herrn L.s, als er mich in sein Bad rief ("ich krich die Buchse nich hoch!", und er mich ermahnte, ich solle ihn richtig anziehen, damit er nicht aussähe wie ein Sittenstrolch.

Heute erzählte eine Kollegin, dass Herr L. meinte, dass wir vom Personal ruhig mal mit Röcken tantzen könnten, und dabei die Beine hochmachen sollen (Wie die Tanzmädchen aus den Wilwest- Filmen). Er ist schließlich schon 98. Wir haben uns schief gelacht! Er hatte es ernst gemeint. Er meint auch immer, dass er es im Heim mag, weil er da immer von so netten Frauen umsorgt wird. Wirklich drollig.

So wie Frau B. Sie ist keck und freundlich, und unglaublich vergesslich. Gestern, kurz vor Schluss, ich räumte die Küche auf, kam sie zu mir und fragte mich: "Schwester, an meiner Tür hängt so ein Zettel, 'Wäsche zur Wäscherei bringen' .. Was bedeutet das?", "Gar nichts, machen sie sich keine Gedanken drum, ist ne Notiz für uns." 5 Minuten später: "Schwester, da hängt so ein Zettel an der Tür, wegen der Wäsche -" "Können sie getrost ignorieren." "Ah ja! Danke. Pause Hab ich das schonmal gefragt?" Sie entschuldigte sich lächelnd und zerstreut. 5 Minuten später: "Schwester-" "Der Zettel?" "Ja genau" "Können sie ignorieren." Sie sah mich erstaunt an, aber bevor sie was erwidern konnte, kam eine Kollegin, und holte sie ab. Arme Frau! Das Schlimme ist, dass sie weiß, dass sie abbaut.

Herrje. Es ist wirklich immer etwas anderes im Altenheim .. Außerdem habe ich Angst, sozial zu werden. Ich kann immer besser auf die Leute eingehen, lerne worauf es ankommt, und so weiter .. Eigentlich sollte ich mich freuen, schließlich war das ein Grund, wieso ich das FSJ machen wollte. Aber was ist, wenn danach immernoch mit Menschen zu tun haben will? Anders als vorher? Es wäre komisch. Nicht mehr das alte Ich. Oder wenn ich das sozial sein wieder verlerne, wenn ich was anderes mache? Dann hat das alles ja nichts gebracht. Wieso kommt das erst jetzt? Ich hätte es vorher bedenken sollen. Gleichzeitig beginne ich, glaube ich, abzustumpfen. Oder ich gehe mit dem Leiden andere jetzt anders um. Vorher hatte ich verständnisvolles Mitleid mit den Menschen, jetzt versuche ich sie zu trösten oder abzulenken, bin aber nicht mehr so gerührt. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Hm.

Ich habe übrigens vor ein Praktikum in einer geschlossenen Männeranstalt zu machen. Ich wurde schon gewarnt und ermutigt, es muss also sehr interessant sein. Ich hoffe, ich habe da ne Chance.

Yeah 

12.10.06 20:05


Neues aus dem Altenheim

Oder eher von mir, denn mit dem Heim hat es eigentlich weniger zu tun.

Am Samstag ist Frau J. in ihrem Zimmer eine Wasserflasche kaputt gegangen, ich habe es während sie zu Abend aß sauerbergemacht. Gestern fing sie mich unterwegs ab, und gab mir mit verschwörerisch klingenden Worten einen Euro ("Ich hab zwar nicht viel, aber es war so lieb von ihnen, dass sie das weggemacht haben ..". Ich wollte ihn eigentlich nicht annehmen, war aber so gerührt, dass ich das vergaß. Ich wollte ihr ein Bildchen malen, aber heute kam sie dann ins Krankenhaus ..

Herr N. tat mir gestern sehr leid. Er schrie die ganze Zeit nach seiner Frau, war sehr wütend, und wollte, dass man den Schlüssel herausrücke, wir halten ihn hier alle gefangen. Er war so aggressiv! Als ich ihm sagte, dass seine Frau nicht da ist, sagte er, dass er das verdammt noch mal weiß. Er war der Meinung, wir hätten ihn entfürht. Als eine Kollegin freundlich zu ihm sein wollte, wünschte sie ihm eine gute Nacht, und sagte, er solle an sie denken. Er antwortete: "Das tu ich ... bestimmt nicht." Steffi und ich haben uns schiefgelacht, weil man so eine patzige Antwort von ihm nicht erwartet, aber traurig war es dennoch.

Wenn sie nur alle nicht so oft fragen würden, wann sie wieder nach Hause dürfen .. Frau L. fragte Herrn L., der neben ihr saß, wo denn sein zu Hause sei. Er antwortete, dass das hier nun sein zu Hause ist. Ein anderes hat er nicht mehr. Das wurde verkauft. Das sagte er so .. Naja, als habe er sich halt damit abfinden müssen, und versucht nun das Beste draus zu machen. Hm. Es hat mich sehr gerührt.

Eine Erleichterung war es heute, dass ich endlich mal meinen Mp3player mitgenommen habe. EIne Kollegin hat heute die ganze Zeit an mir herumgemäkelt, bzw. an dem, was ich gemacht habe. Bis ich dann mal etwas sage, dauert es lang (leider! Ich habe so ein Hasenherz), so bekam ich stattdessen einfach schlechte Laune. Die Musik hat es wieder gerichtet (Don Mclean: American Pie).

Und zum Schluss:

It's Probably Me

If the night turned cold and the stars looked down
And you hug yourself on the cold, cold ground
You wake the morning in a stranger's coat
No one would you see
You ask yourself, who'd watch for me
My only friend, who could it be
It's hard to say it
I hate to say it, but it's probably me

When you belly's empty and the hunger's so real
And you're too proud to beg and too dumb to steal
You search the city for your only friend
No one would you see
You ask yourself, who could it be
A solitary voice to speak out and set you free
I hate to say it
I hate to say it, but it's probably me

You're not the easiest person I ever got to know
And it's hard for us both to let our feelings show
Some would say I should let you go your way
You'll only make me cry
If there's one guy, just one guy
Who'd lay down his life for you and die
It's hard to say it
It's hard to say it, but it's probably me

When the world's gone crazy and it makes no sense
There's only one voice that comes to your defence
The jury's out and your eyes search the room
And one friendly face is all you need to see
If there's one guy, just one guy
Who'd lay down his life for you and die
It's hard to say it
I hate to say it, but it's probably me
I hate to say it
I hate to say it, but it's probably me

9.10.06 19:37


Regen über Münster

Hab etwas länger nicht geschrieben, muss an der Arbeit liegen. Ich hatte jetzt zwar ein schönes langes Wochenende, aber leider muss ich dafür jetzt die nächsten beiden Arbeiten. Ohne Ausgleich. Außerdem muss ich am Weihnachtsabend arbeiten. Oh Mann! Ich hab immer weniger Lust dort zu arbeiten. Allerdings habe ich jetzt einen Plan für die nächsten 10 Lebensjahre. Das tröstet ein wenig.

Eigentlich hätte ich ja viele sinnlose Dinge zu erzählen gehabt .. Ich war einkaufen, hatte noch eine Auseinandersetzung mit Herrn R., ein paar Ereignisse unterm Personal .. Aber das ist nicht mehr frisch. Schade.

Hab ich eigentlich erwähnt, dass ich mir einen Nymphensittich gekauft habe? Einfachso? Er ist gelb, und heißt deswegen Choco. Ich versuche ihn zahm zu bekommen, größtenteils aus nostalgischen Gründen (Charlie!). Deswegen habe ich mein Zimmer auch mal wieder ein wenig umgestellt. Naja.

Meine Mutter tut mir ein wenig Leid .. Sie hat ein trauriges Erlebnis hinter sich, und spielt jetzt den ganzen Tag mit der DS meines Onkels (die er mir geliehen hat). Sie findet die Kartenspiele toll, die man bei Mario spielen kann. Verrückt. Das Ärgerliche ist nur, dass ich jetzt nicht mehr spielen kann, da ich ihr das Ding nicht wegnehmen will.

Was will ich eigentlich sagen? Ich schreibe nur, damit dieser Blog nicht stirbt. 

8.10.06 14:02


Wie die Sache nun ausging

Den ganzen morgen konnte ich über  nichts anderes nachdenken, als diese verfluchte Sache. Ich habe mit allem rechnen wollen. Den tadelnden Blick der Stationschefin sah ich schon im Geiste vor mir, sogar eine Kündigung oder Anzeige. Herrje.

Jedenfalls ging ich dann sofort zu ihr, und fragte sie, was denn wegen gestern jetzt sei.

Ich war so erleichtert, das zu hören! Sie rauchte grad eine, und sagte mir, sie habe ihm heute morgen ein paar Takte dazu erzählt. Er hätte sich lautstark bei den Nachtwachen über mich beschwert, und Terz gemacht, sie aber sagte, er solle sich hüten, soche mittelschweren Anschuldigungen von sich zu geben. Ich würde nicht einfach Tabletten wegwerfen. Sie lachte, als sie hinzufügte, dass er eine der vermissten Tabletten haute morgen in seinem Bett gefunden habe. Ich war vielleicht erleichtert!

Später habe ich mich dann gefragt, ob er nicht trotzdem gifitg gegen mich sein würde. Ich habe die nette Gundi gefragt, und sie sagte, er sei jetzt vielleicht eingeschnappt, aber das wird bald vergessen sein. Die SC meinte außerdem, dass das seine Art ist, er jedem zeigen will, wo es langgeht und das sozusagen eine Machtdemonstration war.

Abends, als die Herren dann wieder da waren, war es etwas seltsam. Die Kollegin, die gestern die 2. Protion verweigert hatte, sagte, er würde immernoch behaupten, dass ich die Medikation wegeworfen hätte, obwohl er weiß, dass es nicht so war. Es war also eigentlich wie immer, nur dass er mir nochmal sein Döschen zeigte, und mir meinte sagen zu müssen, dass das die Tabletten waren, die da standen. Ich musste mir auf die Zunge beißen, um ihm nicht zu sagen, dass er mich nicht für dumm zu halten braucht, ich über alles im Bilde sei. Um des lieben Frieden willens habe ich geschwiegen. Vermutlich hat sein Stolz es ihm geboten, vielleicht wollte er sich mir gegenüber keine Niederlagen, oder sowas, eingestehen. Ich habe aus Protest seinen Teller wieder weggeräumt, als er weg war, und er ist soäter zum Essen gekommen.

Es kratzt meinen Stolz zwar ein bisschen an, dass er glaubt, ich würde glauben, es sei meine Schuld gewesen, aber naja. Immerhin ist jetzt wieder alles beim Alten.

Soviel Aufhebens um nichts.

 

Was ich noch bemerkenswert fand, war eine Szene beim Kaffeetrinken. Ich setzte mich zu den Bewohnern, und aß einen Joghurt. Herr L., der mir gegenüber saß, sagte zu mir, als er das sah: "Ich wünsche ihnen, dass sie in ihrem Leben noch viele solcher Pöttchen leer essen können." Drollig! 

22.9.06 19:48


Sowas musste ja mal passieren.

Heute Abend beim Abendessen. 2 Herren kommen immer etwas später (was dafür sorgt, dass ich eine halbe Stunder später Schluss habe), ich bringe ihnen dann immer das Essen.

Heute war es so, dass ich die Teller in der Abwesenheit eines der Herren (ein befehlsgewohnter Mann, den ich nicht mögen würde, hätte ich engeren Kontakt mit ihm) abgeräumt habe (der andere ist blind). Ich räumte alles in die Spülmaschine und freute mich auf meinen baldigen Feierabend. Dann kam Herr R. und fragte mich, wo seine Tabletten seien. Ich sagte ihm, da waren keine, alles ist jetzt in der Maschine. Er wurde agressiv, und bestand darauf, seine Tabletten noch nicht genommen zu haben. Mit einem mulmigen Gefühl ging ich zu der Kollegin, und schilderte ihr den Vorfall. Ich war imr ziemlich sicher, dass keine Tabletten mehr da waren (ich habe hinterher noch überall geschaut, im Tablettendöschen waren sie garantiert nicht mehr. Wenn sie noch irgendwo gewesen wären, hätte ich hören müssen, wie sie irgendwo gefallen wären, denke ich), und sie nahm das so hin. Sie erklärte dem Herren, dass sie keine 2. Portion stellen könne, weil es Aussage gegen Aussage stünde. Eine möglicherweise doppelte Ration könne sie nicht verantworten. Herr R. wurde wild, sagte, dass ihn das in 2 Jahren noch nicht passiert sei, und er doch kein Kind mehr ist, dass mehr Tabletten will, als gut für ihn ist. Ich hab es ihm geglaubt (und hätte ihm in meinem Schaf- sein sie einfach nochmal rausgegeben) aber sie blieb eisern. Als sie weg war, sagte er, ich hätte zugeben müssen, dass ich falsch lag und dass ich das nicht wieder gut machen könne. Herrje! Ich entschuldigte mich demütigst, aber sagte ihm, dass ich auch nichts anderes sagen könnte, als das, was ich halt denke.

Mein Gewissen habe ich einigermaßen beruhigen können (da ich mir ja wirklich sicher bin, dass ich sie nicht weggeworfen habe) aber ich habe trotzdem Angst. Er wird mich terrorisieren. Mich herumkommandieren, und allen Leuten davon erzählen. Abends wird er zu den Leuten gehen, und sagen, dass ich die Tabletten nicht anfassen darf, ich kann das nicht, oder so. Klar müsste ich darüber stehen, eigenltich tue ich das auch. Schließlich benimmt er sich da wie ein kleines Kind, falls es wirklich so geschehen sollte. Aber unangenehm wird es trotzdem werden, ich glaube nämlich, dass er sehr nachtragend ist. Außerdem werde ich jedem den Vorfall nochmal erklären müssen. Vielleicht hätte ich wirklich zugeben sollen, ich hätte sie weggenommen, dann wäre mir der Ärger erspart geblieben. Ob er es vergessen haben konnte?Immerhin ist er nicht mehr jung. Aber eine 2 Jahre alte Gewohnheit sitzt doch eigenltich schon zu tief, oder? Ich weiß es nicht.

Wenn ich also eines gelernt habe, dann, dass alte Leute in ihren Gewohnheiten nicht gestört werden dürfen. Niemals!

 

Edit: Mir brennt noch etwas auf der Seele. Die etwas rüdere Pflegerin, die ich einen Eintrag zuvor erwähnt habe, hatte heute wieder Spätdienst. Sie war auch diejenige, die Herr R. keine 2. Tablette stellen wollte. Wir haben eine auf der Station, die sich kaum noch bewegen kann, und mit einer Spritze, die man ihr in den Mund führt, ernährt werden muss. Heute Abend war es wieder soweit. Sie hat ihr die Nahrung angereicht, war aber unglaublich ungeduldig und ungehalten. Sie hat gestöhnt, und ihr gesagt, dass sie sich nicht so benehmen solle (sie hatte den Mund wohl nicht aufgemacht, oder so, ich konnte es nicht sehen) und war halt ungeduldig. Auf der einen Seite konnte ich sie verstehen, aber ich habe inzwischen gelernt, dass man gerade zu solchen Leuten nett und nachsichtig sein muss, sie können schließlich nichts für ihr Verhalten. Sie sind es doch, die am meisten darunter leiden. So viele würden gerne sterben ... Mich hat es zu Tränen gerührt, als ich mir vorgestellt habe, wie es der armen alten Dame gehen musste, sie bekommt nämlich noch alles mit (sie kann aber nicht sprechen). Und in der Pflege erst! Das bekomme ich ja nicht mit, aber sind sie da genauso ungeduldig? Es tut mir so schrecklich leid. Wenn ich Charakter hätte, würde ich zu ihr hingehen, und ihr meine Denkweise erklären. Aber .. Ich weiß nicht, wäre das unkollegial? Sie macht ja sonst alles richtig, und ihr Verhalten bei den Tabletten hat mir ein wenig Respekt ihr gegenüber verschafft. Zumindest stelle ich mir das unter verantwortungsvollem Handeln vor. Aber diese armen Leute .. Sie haben doch nichts anderes, als die Freundlichkeit ihrer Pfleger. Andere sind auch herzallerliebst, unglaublich nett und mit Engelsgeduld ausgestattet. Menschen sollten nicht den Launen und der Willkür anderen ausgeliefert sein. Zumindest nicht, wenn es Schutzbefohlene sind. Deswegen bin ich auch ein wenig froh, dass Herr R. so reagieren kann. Er wird mich zwar in alle Ewigkeit hassen, aber er ist Herr seiner selbst, und das gönne ich ihm von Herzen, auch wenn es sich schmalzig anhört. Er soll sich ruhig wehren, selbst wenn es unberechtigt sein sollte, solange er noch kann.

Ich weiß nicht. Mein Gewissen will keine Ruhe geben. 

21.9.06 20:14


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