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Ein Arbeitstag.

Heute morgen kam die liebe Ella sofort zu mir, und teilte mir mit einem Blick mit, der zu besagen schien, wie schrecklich leid ihr das tut, dass ich heute von 13 bis 16 Uhr in die Tagespflege muss. Ich war sofort schlecht gelaunt, da mein ganzer Zeitplan nun durch den Wind war, ich außerdem keine Mittagspause bekommen würde und das Abendessen in Hetze gemacht werden müsste. Als ich also meinen Geschäften nachgehen wollte, kam die nette Gundi, bemerkte mein grummeliges Gesicht und erzählte mir promt einen Witz, bevor sie nach Hause ging. Dieser war: Wieso heiraten 80% der Freuen nicht mehr? (Ich wusste es natürlich nicht) Na ganz klar: Für so ein Stück Wurst braucht man nicht gleich das ganze Schwein dazu kaufen.

Das ist das Schöne an den Altenpflegern (und wahrscheinlich auch allen, die soziale Berufe ausüben): Sie sind meist sehr sensibel, und denken viel an die anderen.

Nicht, dass ich mich totgelacht hätte, aber eine schöne Geste war es doch. 

Als ich schließlich drüben war (meine Mittagspause hatte ich mir dann doch genommen; ich sehe gar nicht ein, wieso ich 9 Stunden durcharbeiten sollte), merkte man mir meine Überraschung nicht an. Die betreuen  11 Alte, die meisten sogar noch fit, und brauchen dafür tatsächlich 3 Leute. Wir in der Altenpflege sind ebenfalls zu dritt (und nur zu zweit in der Pflege), und betreuen 24 wirklich Pflegebedürftige. Wieso? Es ist zwar nur ein Examinierter bei, die anderen beiden sind ein Zivi und ein Praktikant; aber ich weiß echt nicht, wieso die mich geholt haben. Ich musste da eigentlich nur sitzen, die Leute ein wenig unterhalten und einmal die Spülmaschine ausräumen. Das hätte sogar einer allein geschafft.

Naja. Wenigstens habe ich beim Spazierengehen mit einigen wirklich reden können. Bei mir auf der Station sind die meisten ja nicht mehr in der Lage .. War schön. Ich weiß aber nicht mehr wie sie hießen. Zuerst sprach ich mit einer, die früher wohl mal streng und konservativ gewesen sein muss (bzw immernoch ist). Sie sagte mir, dass ich über Politik nichts vorlesen müsse, was in der Zeitung steht und geschieht seien schließlich zwei verschiedene paar Schuhe. Immer diese halben Meldungen. In eine habe ich mich verliebt: Sie war so richtig nett und freundlich. Wie eine der netten Lehrerinnen aus der Grundschule .. Toll, aber leider konnte ich nicht soviel mit ihr reden, da die Strenge sie immer unterbrochen hat. Am Ende habe ich es auch noch geschafft mit einem Herren über den Krieg zu sprechen (das wollte ich schon immer mal), konnte aber nicht soviel erfahren, da wir nur so kurz sprechen konnten. Er sagte, die Jugendlichen heute fehle es wirklich an nichts, und das gönne er uns. Außerdem soll ich zusehen, dass aus mir was wird. Keine Gelegenheit verpassen. Ich sagte ihm, dass es vielleicht auch unser Fluch ist, dass es uns so gut geht, und er stimmte mir zu. Ich fragte ihn auch noch, ob er früher Nazi gewesen sei (ich habe es als "Hitlers Ideologie folgen" formuliert) und er meinte, natürlich, das haben ja alle damals.

 Es ist so interessant, mit älteren Menschen zu sprechen. Die so anderen Sichtweisen regen zum Nachdenken an, außerdem machen sie einem so mancherlei bewusst. Wenn man hingegen Menschen sieht, die aus irgendeinem Grund in Lethargie (wird das so geschrieben?) verfallen, eigentlich nur schlafen und ihre Ruhe wollen, tut mir das schon richtig weh. Sie können gerade noch begreifen, dass es gleich Kaffe gibt, fallen nach ein paar Schritten erschöpft in den Sessel und können kaum noch was wahrnehmen. Man kann sie nur in Ruhe lassen. Wie Herr B. aus unserer Station, von dem wir dachten, er müsse sterben. So traurig! Wieso muss es sowas geben?

Außerdem ist an dem Klischee, dass Männer keine ordentliche Hauswirtschaft führen können, was dran. Der Zivi, der mir sagte, was ich machen solle, war so unglaublich faul .. Er kleckerte, wischte nie die Tische ab, und der Stationschef ließ alles hinter sich liegen. Ich kam mir richtig pingelig vor.

 Ein Beispiel, dass es auch unfreundlichere Altenpfleger gibt, lernte ich heute kennen. Sie ist zwar irgendwo schon nett, aber auch schroff und ein wenig lieblos. Wieso hat sie diesen Beruf gewählt? Wenn Herr L. kein bitte sagt, sieht man ihm das doch nach, anstatt ihn in einem nicht gerade freundlichen Ton zu belehren. Ich weiß auch nicht.

 

Herrje .. Wieder ein Teil meines langweiligen Lebens ohne tieferen Sinn oder Unterhaltungswert. Naja, dazu ist ein Blog ja da. Mich ärgert es nur, dass ich nicht schreiben kann. Dauernd schleicht sich ein Fehler ein, ich wiederhole mich oder schildere unzureichend. 

Es ist übrigens eine schöne Überraschung, wenn man auf seiner Festplatte eine Zeichnung findet, die man vergessen hat zu zeichnen. Jetzt mal ich weiter dran :]

 So ..

20.9.06 20:18


Manch einer, der mich kennt ...

... würde es vielleicht nicht glauben, aber ich arbeite in einem Altenheim.

Obwohl ich eine unsoziale Seele bin, die Menschen nicht wirklich mag, gehen mir soviele Dinge dort zu Herzen. Um zwei Beispiele zu nennen ... 

Ich nenne ihn aus Datenschutzgründen Herr N. Dieser sitzt nähmlich im Rollstuhl und kann sich immer weniger bewegen. Als wenn das nicht schon traurig genug wäre. Eines Nachmittags war ich gerade am Essen machen, als Herr N. eine eklige Soap auf WDR, ARD oder ZDF schaute (wir waren im gleichen Raum), fing er plötzlich an laut um Hilfe zu schreien. Mich irritierte das natürlich, da ich keinen Anlass sah,das zu tun. Im besagter Soap ging es um ein gefesseltes Paar, die in einer Wohnung gefangen waren, und um Hilfe schrien, da Gas am ausströmen war. Als ich also zu ihm ging, und ihn fragte was denn sei, sagte er, die Leute im Fernsehen schreien um Hilfe, weil sie gefangen sind. Deswegen muss er das auch tun, da er ja ebenfalls gefangen ist. Herrje. Ich war sprachlos. Ich weiß auch nicht, aber was soll man darauf erwidern? Ich frage mich selbst, wie er sein Leben jetzt nur fristen kann.

Heute sprachen 2 Kolleginnen und ich über den Urlaub von 5 Bewohnern. Wir haben laut gelacht, da der Bericht in den buntesten Farben geschildert wurde. Die Leute mussten zwar etwas warten, bis sie zur Bett gebracht wurden (wir redeten schließlich), aber von den Bewohnern war höchstens Herr N. noch soweit beisammen, dass er das merken konnte. Der Raum schien plötzlich so lebendig, mir war es eine Freude ihnen zuzuhören. Jedenfalls fing Herr N. an zu schreien. Ich dachte, es sei, weil er Schmerzen habe (er ist sehr steif), aber als jemand kam, um ihn sein Lätzchen abzunehmen, sagte, er wolle bloß auch mal laut sein. War das ein Ruf nach... Freude, Gesellschaft? Ich weiß es nicht, aber es ist so traurig, dass er auf diese Art und Weise auf sich aufmerksam macht. Sonst redet er so gut wie nie.

Oh Mann! Es ist so traurig! Ich wünsche niemanden, dass er so alt wird und ins Heim muss, auch wenn sie dort noch so gut bedient werden. 

19.9.06 20:54


Es ist auch nicht mehr so, wie es mal war ...

Ich wusste, dass es so kommen muss. Seitdem ich ganz klein bin, habe ich das schon geahnt. Mit dem Erwachsensein kann nichts Gutes einhergehen. So hat es sich schließlich auch bewahrheitet: Kaum arbeite ich ein paar Wochen, schon fange ich an Hobbies zu verlieren, und die Wochenenden mit immer weniger Freude zu erwarten. Es ist so traurig! Aber was bleibt mir übrig? Zu arbeiten ist wichtiger, als meine persönlichen Freuden auszuüben. Und so geht alles langsam vorbei ...

Wenigstens hab ich jetzt ein wenig Geld in der Tasche. Ich wollte es eigentlich für einen neuen Rechner sparen, aber da ich jetzt Blut geleckt habe, gebe ich es für allen möglichen Schmarrn aus. Ich habe mir z. B. vorhin eine Färbung fürs Haar gekauft. Unnütz, aber toll. Außerdem konnte ich es nach meinem ersten Gehalt nicht abwarten, mir ein neues Fahrrad zu kaufen. Unglaublich teuer, aber was solls. Ich lebe für den Moment! Yeah! Mir wurde geraten, es für mein Studium zu sparen (wie derjenige sein Zivigeld spart) aber ob ich meine Schulden später nun ein Jahr mehr oder weniger abbezahle spielt auch keine Rolle (falls ich überhaupt studiere).

Naja. Dann werde ich mal versuchen dazu zu sorgen, dass ich mein letztes Hobby nicht auch verliere. 

16.9.06 14:22


Auf zu meinem ...

... zweiten Versuch, einen Blog zu gestalten.

Ich bin mir selbst nicht ganz im Klaren, wieso ich das nun getan habe. Vermutlich versuche ich so meine verkümmerten sozialen Kontakte zu ersetzen. Das sage ich jetzt auch nicht aus Bitterkeit ... Im Gegenteil, ich habe es wohl weitgehend absichtlich soweit kommen lassen. Der Rechner ist mir einfach lieber. Hm.

Ich bin mir auch ein bisschen bewusst, dass das hier nie wirklich jemand lesen wird. Unauffällig wie sein Besitzer wird er neben zahlreichen anderen Blogs sein kurzes Dasein fristen, sich irgendwo in einer entlegenen Ecke ein wenig Trost suchen und genauso unspektakulär wieder verschwinden. Wieso ich das also mache? Ich weiß es nicht.

Wirklich nicht.

15.9.06 20:51


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