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Ich hab ne scheiß Frisur,

war heute ein spontaner Gedanke, als ich gelangweilt bei einer Modenschau im Altenheim saß. Das war zwar keine Mode, die ich tragen würde, aber Stil hatten die Leute trotzdem. Da ist mir bewusst geworden, wie wenig ich auf sowas eigentlich achte. Ich versuche zwar nicht schlampig auszusehen, aber gut sehe ich auch nicht aus. Vermutlich nach nichts. Ist das negativ? Ich weiß nicht. Eine rationale Stimme in mir sagt, dass das in Ordnung, sogar gut so ist. Würde ich mehr auf Kleidung achten, drifte ich in die Oberflächlichkeit. EIne andere jedoch sagt, es wäre schön, wenn ich Stil hätte. Es wär vielleicht Oberflächlich, aber ich säh besser aus. Natürlich werde ich ersterem folgen, aber die andere Seite ist trotzdem irgendwie da. Herrje.

Ich habe in den letzten beiden Tagen Erfahrungen mit Toilettenstühlen (Herr L. nennt sie "Scheißkarre" und Bettpfannen machen müssen. Ich hätte gern drauf verzichtet, aber wie so oft wurde ich drum gebeten das eben zu machen ("es ist auch nicht schwer!", und da konnte ich natürlich nicht ablehnen. Hilfe abschlagen? Leider nicht. Naja. Lustig waren auch die Worte Herrn L.s, als er mich in sein Bad rief ("ich krich die Buchse nich hoch!", und er mich ermahnte, ich solle ihn richtig anziehen, damit er nicht aussähe wie ein Sittenstrolch.

Heute erzählte eine Kollegin, dass Herr L. meinte, dass wir vom Personal ruhig mal mit Röcken tantzen könnten, und dabei die Beine hochmachen sollen (Wie die Tanzmädchen aus den Wilwest- Filmen). Er ist schließlich schon 98. Wir haben uns schief gelacht! Er hatte es ernst gemeint. Er meint auch immer, dass er es im Heim mag, weil er da immer von so netten Frauen umsorgt wird. Wirklich drollig.

So wie Frau B. Sie ist keck und freundlich, und unglaublich vergesslich. Gestern, kurz vor Schluss, ich räumte die Küche auf, kam sie zu mir und fragte mich: "Schwester, an meiner Tür hängt so ein Zettel, 'Wäsche zur Wäscherei bringen' .. Was bedeutet das?", "Gar nichts, machen sie sich keine Gedanken drum, ist ne Notiz für uns." 5 Minuten später: "Schwester, da hängt so ein Zettel an der Tür, wegen der Wäsche -" "Können sie getrost ignorieren." "Ah ja! Danke. Pause Hab ich das schonmal gefragt?" Sie entschuldigte sich lächelnd und zerstreut. 5 Minuten später: "Schwester-" "Der Zettel?" "Ja genau" "Können sie ignorieren." Sie sah mich erstaunt an, aber bevor sie was erwidern konnte, kam eine Kollegin, und holte sie ab. Arme Frau! Das Schlimme ist, dass sie weiß, dass sie abbaut.

Herrje. Es ist wirklich immer etwas anderes im Altenheim .. Außerdem habe ich Angst, sozial zu werden. Ich kann immer besser auf die Leute eingehen, lerne worauf es ankommt, und so weiter .. Eigentlich sollte ich mich freuen, schließlich war das ein Grund, wieso ich das FSJ machen wollte. Aber was ist, wenn danach immernoch mit Menschen zu tun haben will? Anders als vorher? Es wäre komisch. Nicht mehr das alte Ich. Oder wenn ich das sozial sein wieder verlerne, wenn ich was anderes mache? Dann hat das alles ja nichts gebracht. Wieso kommt das erst jetzt? Ich hätte es vorher bedenken sollen. Gleichzeitig beginne ich, glaube ich, abzustumpfen. Oder ich gehe mit dem Leiden andere jetzt anders um. Vorher hatte ich verständnisvolles Mitleid mit den Menschen, jetzt versuche ich sie zu trösten oder abzulenken, bin aber nicht mehr so gerührt. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Hm.

Ich habe übrigens vor ein Praktikum in einer geschlossenen Männeranstalt zu machen. Ich wurde schon gewarnt und ermutigt, es muss also sehr interessant sein. Ich hoffe, ich habe da ne Chance.

Yeah 

12.10.06 20:05
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kat (13.10.06 10:56)
Eine geschlossene Männeranstalt? Wieso Männeranstalt? Oo

Ich denke, dadurch dass du dieses FSJ machst und mit den Leuten zu tun hast, entwickelst du dich eher weiter, oder? So im Sinne von Horizont erweitern. Deswegen kanns ja nicht schlecht sein, wenn du "sozialer" wirst - du kannst ja immer noch selbst entscheiden, auch welche Leute sich das dann letzendlich auswirken wird.

Wenn dir deine Frisur nicht gefällt geh zum Frisör, und wenn du meinst, du hättest gern einen Stil, steht dir ja auch nichts im Weg, immerhin hast du jetzt Geld - und nur, weil du gut aussehen willst, bist du nicht gleich oberflächlich. =) Du musst zwar nicht stundenlang mit anderen darüber disktutieren, welches Outfit du in drei Monaten anziehen willst, wie manch andre *hüstelandi*, aber gut aussehen zu wollen ist keine Schande. Tu dir mal gut, dann gehts dir auch besser! ; )


Buchsbäumchen (24.10.06 12:37)
Keine Ahnung, Beate hat mir das so gesagt. Mir geht es dabei eigentlich um Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden. Aber da hat man, soweit ich das jetzt mitbekommen habe, eine ganz schöne Auswahl an Anstalten in Amelsbüren. Am 7. November werd ich mir das mal anschauen, da wird den FSJlern und den Zivis von den Aleixianer- Einrichtungen das alles gezeigt.

Hm, nein, darum geht es mir gar nicht. Ich will nicht gut aussehen wollen. So gehen meine Gedanken in eine sinnlose Richtung, denn was habe ich von einem guten Aussehen? Mal davon abgesehen dass es dann nicht gut wäre, sondern nur besser. Denn auch mit Klamotten und Haaren kann ich mich nicht kaschieren.

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